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Der demographische Kollaps droht – wie sicher sind die künftigen Pensionen

Das staatliche österreichische Pensionssystem kommt nicht aus den Schlagzeilen. Jüngst hat auch die EU und die OECD das System kritisiert bzw. überfällige Reformen eingefordert. Während Politiker beruhigen, schocken Experten mit Horrorveröffentlichungen („In 20 bis 30 Jahren werden wir 25 bis 30 Prozent weniger Pension bekommen“ - Ulrich Schuh vom Institut für Höhere Studien; „Die allgemeine Ersatzrate - das Verhältnis zwischen dem Durchschnittslohn und der Durchschnittspension - wird auf 31 Prozent im Jahr 2050 sinken“ - Christine Mayrhuber vom Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) beide gegenüber ORF.at.). Wo liegen nun tatsächlich die Probleme bei den künftigen Pensionen.

Das Umlageverfahren kollabiert

Das österreichische (staatliche) Pensionssystem funktioniert nach dem sogenannten „Umlageverfahren“. Das bedeutet, dass die Beiträge der heute Aktiven „umgelegt“ werden und sofort als Pensionen an die heutigen Pensionisten ausbezahlt werden.

Als das System eingeführt wurde, kamen auf einen Pensionisten, der durchschnittlich 9 Jahre Pension erlebte, 4 Beitragszahler, welche durchschnittlich 44 Jahre arbeiteten (einzahlten).

Folgende Faktoren wirkten und wirken sich seither auf das System besonders negativ aus:

  • Die Menschen beginnen – durch höhere Schulen und Studium – später zu arbeiten, daher fallen die Beiträge später an.
  • Gleichzeitig sank das Pensionsantrittsalter – nicht zuletzt aus den Wahlversprechen – deutlich ab. Dieser Punkt wirkt sich doppelt negativ aus: Es fallen Beiträge weg, aber zusätzlich auch schon Pensionen an.
  • Die Lebenserwartung in der Pension hat sich in den letzten 50 Jahren mehr als verdreifacht. Die Pensionen fallen also nicht nur früher an, sie müssen auch dreimal so lange bezahlt werden.
  • Die Masse der „Baby Boomer“ arbeitet derzeit noch, wird aber in den nächsten 15 bis 30 Jahren in Pension gehen. Damit kommt eine „Pensionistenwelle“ auf das System zu. Die Anzahl der Pensionisten wird sich in dieser Zeit um 50% erhöhen.
  • Nach der „Geburtenwelle aber folgte ein starker „Geburtenrückgang“. Die wegfallenden „Einzahler“ werden nicht ersetzt werden können. Das alles bedeutet in einem Satz zusammengefasst: Es wird künftig weniger „Zahler“ geben, die „Nehmer“ werden extrem mehr und sehr lange leben. Mit weniger Beiträgen sollten um 50% mehr Pensionen dreimal so lange finanziert werden.

In wenigen Jahren wird ein Aktiver, der durchschnittlich 36 Jahre arbeitet, einem Pensionisten 25 – 28 Jahr lang die Pension finanzieren müssen.

Die betrogene Generation

Weil diese Umstände natürlich auch den Politikern nicht verborgen geblieben sind, kommt es laufend zu Pensionsreformen. Die letzten Bedeutenden waren 2000, 2003 und 2005. Das Ergebnis aller Pensionsreformen: Die Pensionen fallen niedriger aus als vor den Reformen. Die Sache hat allerdings einen gewaltigen Haken: Es werden immer nur die künftigen Pensionen der heutigen „Zahler“ gekürzt, während jene Pensionen, die mit den Beiträgen die Zahler gespeist werden, von den Reformen nicht betroffen sind.

Eine Studie der Valida Consulting überprüfte, wie sich die vielen Änderungen im gesetzlichen Pensionsrecht im Zeitraum von 1985 bis 2010 tatsächlich konkret auf die Pensionshöhe von Einzelpersonen auswirken. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Abhängig vom konkreten Versicherungsverlauf und vom Pensionsstichtag beträgt die Ausgangspension heute nur mehr etwa 70 % im Vergleich zur Pension die man gehabt hätte, wenn heute noch das Pensionsrecht von 1985 gelten würde. (Siehe auch Aufstellung hier!). Experten aber erwarten (siehe oben), dass das Niveau der künftigen Pensionen noch einmal um 25 bis 30% sinken wird.

Die heutigen Aktiven werden daher ein Leben lang (hohe) Beiträge bezahlt haben, aber letztlich eine sehr bescheidene Pension dafür erhalten. Aufgrund der aktuellen Budgetlage wird auch der Staat viele Jahre lang nicht in der Lage sein, diese „Löcher“ zu stopfen.

 

Sehen Sie dazu auch ein Viedeo von Walter Worresch, dem Obmann des Vereins für Pensionsbeitragszahler!

 

Eine ausführliche Darstellung des gesamten Problems des demographischen Wandels finden Sie hier!

Bildnachweis: iStockphoto